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Windpocken und Gürtelrose

Windpocken und Gürtelrose werden beide durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht, ein Mitglied der Familie der Herpesviren. Wie andere Herpesviren verbleibt es nach der Erstinfektion lebenslang im Körper. Meist erfolgt diese Erstinfektion im Kindesalter und äußert sich als Windpocken. 
Ein kleines Kind mit cremefarbener Gesichtscreme, das in die Kamera schaut.
Kurz zusammengefasst:
-  Windpocken und Gürtelrose werden durch dasselbe Virus verursacht.
- Wer an Windpocken erkrankt, ist bereits ein bis zwei Tage früher ansteckend, als ein Ausschlag zu sehen ist. 
- Typisch sind stark juckende rote Bläschen auf der Haut. Meist beginnt der Ausschlag am Rumpf und im Gesicht.
- Kinder ab 11 Monaten können gegen Windpocken geimpft werden.
- Wer einmal Windpocken hatte, ist lebenslang immun.
-  Gürtelrose kann starke Schmerzen und Langzeitfolgen verursachen.
Zusammenhang zwischen Windpocken und Gürtelrose
Nach einer Windpockeninfektion zieht sich das Virus in Nervenzellen des Rückenmarks oder der Hirnnerven zurück. Rund 95 % der Erwachsenen in Deutschland tragen das Virus in sich. Bei geschwächtem Immunsystem, kann es entlang der Nervenbahnen zur Hautoberfläche wandern und eine Gürtelrose verursachen.
 
Windpocken (Varizellen)
Windpocken sind hoch ansteckend und treten vor allem bei Kindern auf. Typisch sind Fieber, Krankheitsgefühl und ein juckender Hautausschlag mit roten Flecken, Bläschen und Krusten, die gleichzeitig nebeneinander auftreten („Sternenhimmel“). Die Erkrankung heilt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos aus. Nach durchgemachter Infektion besteht lebenslange Immunität gegen Windpocken. Bei einem geschwächten Immunsystem kann das Virus jedoch wieder ausbrechen und in Form einer Gürtelrose auftreten.
Besonders gefährdet für Komplikationen sind Jugendliche und Erwachsene, Schwangere, Neugeborene sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.
 
Gürtelrose (Herpes zoster)
Etwa 20–30 % der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Gürtelrose, meist im höheren Alter oder jüngeren Patienten, wenn das Immunsystem besonders beansprucht ist, wie etwa bei Stress. Erste Anzeichen sind oft starke, brennende Schmerzen, gefolgt von einem einseitigen, gürtelförmigen Bläschenausschlag. Bei Befall von Gesichtsnerven können Augen oder Ohren dauerhaft geschädigt werden.
Gürtelrose ist nicht direkt ansteckend. Allerdings können nicht geimpfte oder bisher nicht erkrankte Personen durch Kontakt mit Bläschenflüssigkeit Windpocken bekommen.
Behandlung und Linderung der Symptome
Bei beiden Erkrankungen steht die Linderung von Juckreiz, Fieber und Schmerzen im Vordergrund. Kühlende Lotionen, Zinkpräparate (antientzündlich, leicht antiviral und austrocknend) und Antihistaminika können helfen, um Kratzen und Infektionen zu vermeiden. Gegen Fieber wird Paracetamol empfohlen; ASS sollte wegen des Risikos eines Reye-Syndroms unbedingt vermieden werden. Gürtelrose erfordert bei Erwachsenen in der Regel immer eine antivirale Therapie, meist werden auch stärkere Schmerzmittel, die vom Arzt verordnet werden müssen, erforderlich.
Impfungen
Die STIKO empfiehlt die erste Windpocken-Impfung für alle Kinder ab dem 11. Lebensmonat, sowie eine zweite mit 15 Monaten. Sie hat zu einem deutlichen Rückgang der Erkrankungen geführt und schützt auch gefährdete Personen indirekt (Herdenschutz).
 
Empfohlen wird die Impfung für:
-    Bisher nicht an Windpocken erkrankte oder nicht geimpfte Personen
-    Frauen mit Kinderwunsch (ohne Schutz durch Impfung/Infektion)
-    Vor Beginn einer Immunsupressiva-Therapie oder Organtransplantation
-    Bei schwerer Neurodermitis
-    Personal im Gesundheitswesen oder in Gemeinschaftseinrichtungen
-    Personen ab 60 Jahren, bei erhöhtem Risiko bereits ab 50 Jahren (Gürtelrose-Totimpfstoff)

 

Schwangerschaft und Stillzeit
Windpocken in der Schwangerschaft können schwere Schäden beim ungeborenen Kind verursachen und erfordern sofortige ärztliche Abklärung. Eine Gürtelrose stellt für das Baby kein direktes Risiko dar. Stillende Mütter sollten bei beiden Erkrankungen Hautkontakte mit dem Säugling vermeiden und sich medizinisch beraten lassen.

Quelle: https://www.paedia.de/

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