Skizze mit dem Wort ROT in unterschiedlichen Schriftarten und Stilen.

ist Für Eltern und Kinder Da

Eine entspanntere Reise

Die Vorfreude auf den Urlaub ist groß – doch bei vielen Familien fährt die Reisekrankheit mit. Etwa 5 bis 10 % der Menschen leiden an der sogenannten Kinetose, Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind besonders häufig betroffen. 
Ein Mädchen sitzt im Auto und hält einen braunen Papiertüte nah an den Mund.
Kurz zusammengefasst:
Reisekrankheit ist unangenehm, aber gut in den Griff zu bekommen. Mit der richtigen Vorbereitung, ausreichend Flüssigkeit und – wenn nötig – geeigneten Medikamenten lässt sich die Reise für Kinder und Erwachsene deutlich angenehmer gestalten.
Wie entsteht Reiseübelkeit?
Reiseübelkeit entsteht durch widersprüchliche Sinneseindrücke:
Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr meldet Bewegung, während die Augen Stillstand wahrnehmen – zum Beispiel beim Lesen im Auto. Bei Babys und Menschen über 50 Jahren treten die Symptome nur sehr selten auf, da das Gleichgewichtsorgan altersbedingt schlechter ausgeprägt ist.
Diese sogenannten sensorischen Konflikte aktivieren im Gehirn das Brechzentrum. Das Gehirn reagiert dann teils sehr plötzlich mit Übelkeit, Blässe, Müdigkeit, Kaltschweiß oder Erbrechen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Botenstoff Histamin. Hier können Histamin-blockierende Medikamente angreifen und so den Brechreiz lindern.
 
Übelkeit und Erbrechen – wann wird es gefährlich?
Erbrechen ist grundsätzlich ein Schutzmechanismus des Körpers. Kurzzeitiges Erbrechen ist daher meist harmlos. Achtung ist geboten, wenn es länger anhält oder von Fieber, starken Schmerzen, Ohnmacht oder kaffeesatzartigem Erbrochenem begleitet wird – dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Besonders bei Kindern kann es schnell zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten kommen. Anzeichen für Austrocknung sind schlaffe Haut, eingefallene Augen, starke Müdigkeit, wenig Durst oder wenig Urinausscheidung.
 
Was hilft bei Erbrechen?
Zunächst gilt: Ruhe, frische Luft und Schonung. Eine Wärmflasche kann den Magen entspannen, bei Aufregung hilft beruhigendes Zureden.
Durch das Erbrechen verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte.
Geeignet sind stilles Wasser, dünne Apfelsaftschorle oder ungesüßte Tees (z. B. Kamille, Fenchel, Pfefferminze). Am besten in kleinen Schlucken trinken.
Zum Ausgleich von Salzen/Elektrolyten eignen sich Gemüsebrühe, Salzstangen oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke.
Der Mythos „Cola-Salzstangen-Diät“
Dieses Hausmittel wird heute nicht mehr empfohlen. Zucker und Salze sind zwar empfohlen, aber Cola enthält zu viel Zucker und zusätzlich Coffein. Beides verstärkt die Ausscheidung von Wasser und kann damit den Flüssigkeitsverlust sogar verstärken. Besser sind Wasser, Tee und Elektrolytlösungen.

Die WHO empfiehlt diese Trinklösung, die einfach selbst hergestellt werden kann:
1 Liter Wasser
6 gestrichene TL Zucker
1 gestrichener TL Salz
Was hilft bei Reiseübelkeit?
Vor der Reise
- nicht nüchtern reisen, aber leichte Kost bevorzugen
- fettige Speisen, Milch sowie histaminreiche Lebensmittel (z. B. Salami, Käse, Tomaten) meiden
- nachts reisen, wenn möglich
- Spucktüte, Wasser und feuchte Tücher bereithalten
 
Während der Fahrt
- freier Blick nach vorne, Sitz in Fahrtrichtung, möglichst auf dem Beifahrersitz
- regelmäßig lüften und alle 2-3 Stunden Pausen einlegen
- nicht lesen oder am Handy spielen
- Ablenkung durch Hörspiele oder Spiele mit Blick nach draußen
- sanftes Anfahren, moderate Geschwindigkeit und kurvenfreie Strecken bevorzugen
 
Flugzeug & Schiff
- im Flugzeug Plätze nahe der Tragflächen wählen
- auf dem Schiff möglichst in der Schiffsmitte bleiben
- frische Luft, Horizont fixieren, ggf. hinlegen und Augen schließen
 
Akute Hilfe und Medikamente
Antihistaminika wie Dimenhydrinat blockieren Histamin und lindern dadurch die Übelkeit. Sie sind rezeptfrei als Tabletten, Saft oder Zäpfchen erhältlich. Wichtig: rechtzeitig (ca. 30 Minuten vorher) einnehmen und beachten, dass sie müde machen können.
Alternativ können Akupressur-Armbänder, Ingwerpräparate sowie homöopathische Mittel helfen.

Quelle: https://www.paedia.de/

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