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Küssen verboten
Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst. EBV gehört zu der Gruppe der Herpesviren. Da man sich häufig über Küssen mit EBV ansteckt, bezeichnet man das Pfeiffersche Drüsenfieber auch als „Kusskrankheit“.
Kurz zusammengefasst:
- Das Virus wird vor allem über Speichel übertragen, etwa beim Küssen oder durch gemeinsam genutztes Besteck und Gläser.
- EBV gehört zur Gruppe der Herpesviren und verbleibt lebenslang im Körper. Es kann dann noch eine Zeit lang über den Speichel ausgeschieden und übertragen werden, ohne, dass der Überträger noch Symptome zeigt. Eine Ansteckung ist auch bereits vor Symptombeginn möglich.
-Häufig treten Fieber, starke Halsschmerzen durch Mandelentzündung sowie geschwollene Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich auf. Auch ausgeprägte Müdigkeit ist typisch.
- Da Milz und Leber anschwellen können, sind Übelkeit und Bauchschmerzen möglich. Bei Verdacht sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Verlauf der Erkrankung
Die Inkubationszeit beträgt etwa 30 bis 50 Tage. Bereits in dieser Zeit ist eine Ansteckung möglich.
Die akute Phase dauert meist 2 bis 3 Wochen. Anfangs treten grippeähnliche Beschwerden auf, danach folgen Fieber, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Die Müdigkeit ist oft in der zweiten und dritten Woche am stärksten.
Wann ist man wieder fit?
Meist heilt die Erkrankung nach wenigen Wochen folgenlos aus. Schule oder Arbeit sollten erst wieder aufgenommen werden, wenn die Beschwerden deutlich abgeklungen sind. Die vollständige Leistungsfähigkeit kann erst nach Wochen bis Monaten zurückkehren.
In seltenen Fällen kommt es zu einem chronischen Verlauf mit wiederkehrenden Beschwerden.
Diagnostik
Der Arzt erhebt die Symptome, untersucht Lymphknoten, Bauch und Rachen und kann bei Verdacht einen Bluttest durchführen. Dabei lassen sich Antikörper nachweisen, die auf eine akute Infektion hinweisen. Auch erhöhte Leberwerte sind möglich.
Da die Symptome oft einer Erkältung ähneln, ist eine ärztliche Abklärung wichtig – besonders bei stark geschwollenen Lymphknoten.
Behandlungsmöglichkeiten
Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, da weder antivirale Medikamente noch Antibiotika wirksam sind. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Beschwerden.
Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen. Trotzdem ist ausreichend Ruhe entscheidend.
Lutschpastillen sowie Salbei- oder Kamillentee können Halsschmerzen lindern und den Flüssigkeitshaushalt unterstützen.
In schweren Fällen kann eine zusätzliche medikamentöse Behandlung erforderlich sein.
Wichtig sind vor allem Ruhe, ausreichend Schlaf, viel Flüssigkeit und der Verzicht auf körperliche Anstrengung.
Warum kein Sport?
Da Milz und Leber anschwellen können, sollte auf Sport und körperliche Belastung verzichtet werden, um eine zusätzliche Belastung der Organe zu vermeiden. Frühestens nach 4 bis 6 Wochen kann langsam wieder begonnen werden – vorausgesetzt, man fühlt sich vollständig erholt.
Hygiene
Da EBV über Speichel übertragen wird, sollten Gläser, Besteck oder Trinkflaschen nicht gemeinsam genutzt werden. Besonders im Kontakt mit noch nicht infizierten Personen ist Vorsicht geboten. Auf Küssen sollte verzichtet werden.
Mögliche Langzeitfolgen
In sehr seltenen Fällen steht EBV im Zusammenhang mit bestimmten Krebsarten oder Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose. Trotz der weiten Verbreitung der Infektion treten solche Folgen jedoch nur selten auf.
Die Forschung arbeitet an einem Impfstoff, insbesondere zum Schutz gefährdeter Personen.
Die meisten Betroffenen genesen vollständig ohne Spätfolgen.
Quelle: https://www.paedia.de/