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ist Für Eltern und Kinder Da

Sehr ansteckend, aber meist harmlos

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Virusinfektion, die in Deutschland am häufigsten durch das Coxsackie-Virus ausgelöst wird. Überwiegend sind junge Kinder unter 10 Jahren betroffen, aber auch Jugendliche und Erwachsene können sich mit den Viren infizieren. In mehr als 80% der Fälle verläuft sie völlig symptomfrei.
Hände von Erwachsenen und Kind zeigen kleine Rötungen und Verletzungen auf der Haut.
Wichtig für die Familie: 
Eine gute Handhygiene ist das Wichtigste zur Vorbeugung einer Infektion mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Regelmäßiges und vor allem sorgfältiges Händewaschen mit Wasser und Seife, vor und nach dem Windelwechsel oder dem Toilettengang, haben großen Einfluss auf die Ausbreitung der Erreger. Außerdem sollten Türklinken und sanitäre anlagen mit virusabtötenden Reinigungsmitteln gereinigt werden.
So lange Krankheitszeichen da sind, sollte man engen Kontakt wie Küssen, Umarmen oder das gemeinsame Nutzen von Besteck und Handtüchern unbedingt vermeiden.
Wie äußert sich die Krankheit?
Die ersten Anzeichen sind noch sehr untypisch. Sie beginnt häufig mit grippeähnlichen Symptomen, die individuell unterschiedlich stark ausfallen. Auf den Beginn der Infektion weisen leichtes bis mittelstarkes Fieber, leichte Schmerzen im Hals und Bauch, Appetitlosigkeit und gelegentliche Magen-Darm-Beschwerden hin.
Ein bis zwei Tage nach den ersten Symptomen zeigen sich erste schmerzhafte rote Punkte im Mundraum sowie im Gesicht rund um den Mund, wobei die Lippen jedoch normalerweise nicht betroffen sind. Im Mund sind vorwiegend Schleimhaut, Zahnfleisch und Zunge betroffen. Die Punkte entwickeln sich zu oberflächlichen Schwellungen, die im weiteren Verlauf in Aphten (geschwürartige Bläschen) übergehen. Diese sind schmerzhaft und deshalb die unangenehmste Begleiterscheinung.
Meist zeitgleich zu den Punkten im Gesicht bilden sich weitere Hautausschläge mit vielen kleinen roten Punkten an den Handinnenflächen und an den Fußsohlen. Aus den Flecken werden Bläschen, welche jucken und schmerzhaft sein können. Die Bläschen enthalten eine Flüssigkeit, welche eine große Anzahl an neuen Viren enthält. Wenn man die Bläschen aufkratzt, überträgt man die Viren auf andere Körperstellen, wo ebenfalls ein Hausausschlag auftreten kann. Typische Orte für solche Kontaktinfektionen sind der Gesäß- und Genitalbereich, die Armbeugen oder Kniekehlen.
Kurze Zeit nach Infektion kann es zu Veränderungen an Hand- und Fußnägeln kommen. Es ist möglich, dass sich befallene Nägel ablösen. Dieser Verlust ist nicht schlimm, da sich vor dem Abfallen bereits ein neuer Nagel gebildet hat, der mit der Zeit vollständig gesund nachwächst.
 
Wie wird behandelt?
Die Krankheit heilt in der Regel folgenlos ohne bleibende Folgen nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Eine gezielte Behandlung gegen die verursachenden Viren existiert bislang nicht und auch eine Impfung ist nicht verfügbar.
Die Ziele der Behandlung sind die Linderung der auftretenden Symptome und eine Beschleunigung des Heilungsprozesses.
Besonders zu beachten ist:
- Besonders bei Kindern muss eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sichergestellt werden, um einen Flüssigkeitsmangel zu verhindern.
- Eine gründliche Handhygiene (regelmäßig mit Seife waschen) schützt nicht nur andere Personen vor Infektionen, sondern auch den Patienten selbst vor einer Ausbreitung der Hautausschläge auf andere Körperstellen.
Behandlung:
- Gezielt im Mund, denn gerade die Aphthen verursachen meist starke Schmerzen, wodurch die Kinder oft Essen und Trinken verweigern.
- Örtliche Behandlung mit betäubenden Substanzen (Lokalanästhetika) ist daher sinnvoll.
- Einzelnen gut sichtbare Läsionen können punktgenau mit Mundgelen behandelt werden. Direkt nach dem Auftragen lindern die Gele den Schmerz und erleichtern so die Aufnahme von Nahrung oder Flüssigkeit
- Jedes Gel wird mit Zeit vom Speichel von Schleimhaut abgewaschen und mehrmals am Tag aufgetragen.
Was tun, wenn Essen und Trinken weh tun?
Wegen vielen schmerzhaften Bläschen und Aphthen ist Essen und Trinken oft problematisch. Folgende Tipps können helfen:
- Speisen und Getränke kühlen
- Fruchtsäure haltige Getränke meiden, Wasser und kalten Tee bevorzugen
- Trinken mit Strohhalm anbieten
- Weiche Nahrung wie Pudding, Joghurt oder Eis auswählen
- Kurzzeitig kein Obst essen, die enthaltene Fruchtsäure reizt zusätzlich Wunden
- Hautveränderungen gehen oft mit Juckreiz einher. Kratzen sollte unbedingt vermieden werden, da die Haut beschädigt, Viren freigesetzt und dadurch weitere Infektionen ausgelöst werden
-  Fingernägel kurz schneiden
-  Säuglingen kleine Fäustlinge anziehen à Kontakt zwischen Händen und Haut verhindern
-  Zusätzlich können gegen Juckreiz kühlende Lotionen aufgetragen werden
-  Bei starkem Juckreiz à Lotionen mit zusätzlichem leichtem Lokalanästhetikum möglich
 
Heilungsförderung im Mund und auf der Haut
- Symptomlinderung ist die wichtigste Säule der Behandlung.
- Dauer der Symptome verkürzen und geschädigte Haut schnellstmöglich zu heilen
- Regeneration im Mundraum mit Kamillenextrakt fördern 
- Salbeiblätter begünstigen ebenfalls Regeneration der Mundschleimhaut
- Regeneration am Körper unterstützen Cremes mit Dexpanthenol, sie wirken beruhigend auf gereizte Haut.
- Bei starken Schmerzen oder falls Fieber auftritt, kann ihr Arzt zu einem fiebersenkenden Mittel raten.
 
Wann ist besondere Vorsicht geboten?
In den meisten Fällen ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit eine lästige, aber nicht gefährliche Erkrankung. In wenigen Ausnahmefällen können Komplikationen auftreten, weshalb bestimmte Personengruppen besonders geschützt werden sollten:
- Kinder mit Immunabwehr-Schwäche
- Patienten mit unterdrücktem Immunsystem (Bsp. Krebsbehandlung)
- Menschen mit angeborenem Immundefekt
- Neugeborene
 
Schwangerschaft und Stillzeit
Infektion in der Schwangerschaft stellt in der Regel kein Risiko für ungeborenes Kind dar. In den meisten Fällen verlaufen die Infektionen sogar ohne Symptome. Wenn man die normalen Hygieneempfehlungen einhält, sind darüber hinaus keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen notwendig.
Dies ändert sich allerdings bei einer Infektion um den Geburtstermin herum! Da das Neugeborene direkt infiziert werden könnte. Besonders in den ersten beiden Lebenswochen müssen Neugeborene vor den zwar seltenen, aber dann schwerwiegenden Komplikationen geschützt werden.
Wichtig: Schwangere, die kurz vor der Geburt gerade erst abgeklungene oder noch vorhandene Zeichen einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit haben, sollten unbedingt ihren Gynökologen darüber in Kenntnis setzen.
 
In der Stillzeit:
- Die Viren werden nicht über die Muttermilch übertragen.
- Zeigt Stillende typische Symptome der Krankheit, sollte sie besonders auf Einhaltung der Hygieneregeln achten und regelmäßig Hände waschen.
- Abstillen nicht nötig, da Mutter bereits vor dem Auftreten der Symptome infektiös gewesen ist und auch längere Zeit danach noch Viren übertragen kann.
- Es sollte jedoch unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn die Erkrankung in den ersten Wochen nach der Geburt auftritt. Auch bei Schwangeren und Stillenden kann normalerweise eine symptomatische Therapie erfolgen.
 
Kindergarten und Schule:
- Betroffene Kinder mit akuten Krankheitssymptomen sollten wegen der hohen Ansteckungsgefahr möglichst keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten oder Schulen besuchen.
- Die Kinder sollten so lange zuhause bleiben, bis sie fieberfrei und die Bläschen eingetrocknet sind, das dauert in der Regel eine knappe Woche. Dann kann auch ohne ein ärztliches Attest wieder eine Gemeinschaftseinrichtung besucht werden. Aber selbst wenn man diese Zeitspanne abwartet, kann die Krankheit noch weiter übertragen werden, da die Viren noch eine Weile mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Das Ansteckungsrisiko ist allerdings deutlich geringer als in der akuten Phase der Erkrankung. Regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen mit Seif, insbesondere nach dem Toilettenbesuch kann vor einer Infektion schützen.

Quelle: https://www.paedia.de/

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