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Wenn der Schutzmantel gestört wird

Die Haut ist unser größtes Organ – und ein echtes Multitalent. Sie schützt uns vor Krankheitserregern, reguliert die Körpertemperatur und dient als Sinnesorgan. Unterstützt wird sie dabei von Haaren, Nägeln sowie Schweiß- und Talgdrüsen, den sogenannten Hautanhangsgebilden. Doch genau diese Strukturen können auch zur Schwachstelle werden: Gelangen Keime durch diese Eintrittspforte in die Haut, können schmerzhafte Entzündungen entstehen.
Ein Babyfinger mit einer Verletzung an der Spitze, sichtbar geschwollen und gerötet.
Kurz zusammengefasst:
Viele Hautverletzungen sind winzig und bleiben unbemerkt. Erst wenn sich Rötungen, Pickel oder wunde Stellen zeigen, wird klar, dass Keime eingedrungen sind und eine Entzündung entstanden ist.
Im Kampf gegen Keime entsteht Eiter, ein Sekret aus abgestorbenen Zellen und Bakterien. Er zeigt, dass das Immunsystem aktiv ist und die Bakterien bekämpft. Um gesundes Gewebe zu schützen, kapselt der Körper den Eiter ab. Platzt diese Kapsel, können sich Bakterien ausbreiten, weshalb eine vollständige Entleerung wichtig ist.
Worauf sollte ich achten und welche Risikofaktoren gibt es?
Besonders vorsichtig sollten Sie sein bei Hautrissen, Schnitt- und Schürfwunden, Fremdkörpern, falsch geschnittenen Nägeln oder scheuernder Kleidung. Brennen kann ein erstes Warnsignal sein. Ist die Haut gereizt, haben Keime leichtes Spiel.
Ein geschwächtes Immunsystem erhöht die Gefahr von Hautentzündungen. Gründe können Stress, Schlafmangel, falsche Hygiene, unausgewogene Ernährung, Rauchen oder Alkohol sein. Auch Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder Hauterkrankungen wie Neurodermitis sind stärker gefährdet. Beim Sport begünstigen Schweiß und geweitete Poren das Eindringen von Bakterien zusätzlich.
 
Abszess, Furunkel & Co. – wo liegt der Unterschied?
Nicht jede eitrige Entzündung ist gleich. Sie unterscheiden sich nach Tiefe und Ausmaß der Entzündung.
- Abszesse sind abgekapselte Eiteransammlungen, die schmerzhaft sein können und unterschiedlich groß auftreten.
- Furunkel sind tiefe Haarbalgentzündungen, die sich aus Haarbalgentzündungen entwickeln können. Treten sie gehäuft auf, spricht man von Furunkulose.
- Karbunkel entstehen aus mehreren zusammenfließenden Furunkeln und sollten ärztlich behandelt werden.
- Follikulitis betrifft nur den oberen Haarbalg und heilt bei rechtzeitiger Behandlung meist problemlos ab.
-Schweißdrüsenentzündungen treten häufig in den Achseln auf und werden durch Reibung, Rasur und starkes Schwitzen begünstigt.
- Nagelbettentzündungen entstehen durch kleine Verletzungen am Nagelwall und äußern sich durch schmerzhafte, eitrige Knoten.

 

Wie kann ich die Entzündung bekämpfen?
Abszesse sind meist harmlos und lassen sich früh erkannt gut selbst behandeln. Bewährt hat sich eine rezeptfreie Zugsalbe mit Ammoniumbituminosulfonat oder auf Basis ätherischer Öle der Nadelbäume. Die Entzündung wird an die Hautoberfläche gezogen, dadurch die Reifung des Abszesses beschleunigt und der Druck lindert. Die Konzentration richtet sich nach der Tiefe der Entzündung.
Der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat wirkt entzündungshemmend und antibakteriell und gilt – im Gegensatz zu Teeren, denen es im Geruch ähnelt– nicht als krebserregend.
Wichtig: Entzündete Stellen niemals ausdrücken oder selbst öffnen.
Tipps zur Anwendung
Tragen Sie die Salbe großzügig auf die betroffene Stelle auf und lassen Sie die Salbe 1 Tag einwirken. Die Stelle sollte dabei für eine bessere Wirkung und zum Schutz von Kleidung und Bettwäsche mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt werden. Der Verband sollte dann einmal täglich gewechselt werden und die Stelle vor dem erneuten Auftragen der Salbe gut gereinigt.
Achten Sie außerdem auf gründliche Hygiene und desinfizieren Sie Hände und Gegenstände, die mit dem Eiter in Berührung gekommen sind. Öffnen Sie Abszesse niemals selbst. Bei Unsicherheit, starker Verschlechterung oder Fieber suchen Sie einen Arzt auf.
Abszessen vorbeugen
Hautfreundliche Pflege, angemessene Hygiene, atmungsaktive Kleidung, sorgfältige Rasur und richtig geschnittene Nägel helfen vorzubeugen. Entscheidend ist jedoch ein starkes Immunsystem – unterstützt durch gesunde Ernährung, Bewegung sowie den Verzicht auf Alkohol und Nikotin.

 

So beugen Sie Abszessen vor
Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Haut schützen:
- Waschen Sie sich nicht zu häufig und vermeiden Sie sehr heißes Duschen.
- Verwenden Sie atmungsaktive, nicht scheuernde Kleidung.
- Schneiden Sie Nägel nicht zu kurz.
- Drücken Sie Pickel niemals aus.

 

Die beste Vorsorge bleibt jedoch ein starkes Immunsystem – unterstützt durch gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft.

Quelle: https://www.paedia.de/

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